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Inhaltsverzeichnis
Stanislaw S. Goworuchin
Moskau und die Mafia.
Die große kriminelle Revolution.
Brandenburgisches Verlagshaus GmbH Berlin, 1996 208 S., DM 24,80
Dieses Buch hat wie eine Bombe eingeschlagen und wurde unerwartet
zum Bestseller. Es widerspiegelt die Zustände des Landes und das bittere Leben der
Menschen. Der Verfasser liefert eine traurige Bestandsaufnahme russischer Verhältnisse
nach Glasnost und Perestroika. Er kennt Rußland, hat die Entwicklung in den
verschiedensten Regionen beobachtet und seine Ergebnisse zu einem deprimierenden
Zeitgemälde verarbeitet. Reichtum und Armut, Diebstahl und Mord, Korruption und Lüge
treiben das Land in den Abgrund. In drastischen Schilderungen wird deutlich, wie viele
verpaßte Chancen des Neuanfangs vertan wurden. Voller Ernst stellt Goworuchin die
Frage, ob weitere demokratische Veränderungen sein Land retten können. Die größte
Gefahr sieht aber der Verfasser - der mehrere Filme über dieses Thema drehte - in dem
kriminellen Terror der von vielen Mächtigen gedeckt wird. Ein Kapitel betitelt der
Verfasser: Das Land der Diebe und Bettler, wo "Schmiergelder fließen wie noch
nie." An den derzeitigen Politikern sieht er nur "Dummheit, Überheblichkeit und
Inkompetenz." Er vergleicht die heutige Zeit in Rußland mit
"den verfluchten zwanziger, dreißiger und vierziger
Jahren" und glaubt an keine Demokratisierung in seiner Heimat. Der belesene und
hochgebildete Autor, Patriot und Demokrat, ist, was die Zukunft Rußlands betrifft, ein
Pessimist, der einen Staat beschreibt, der mit den Problemen der kriminellen Banden nicht
fertig wird. "Unglückliches, hilfloses Land!", in einer "neuen wölfischen
Welt" mit Moskau als der "Hauptstadt der kriminellen Welt."
(Siegfried Röder)

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